Ayahuasca

 

In der westlichen Welt sind viele Menschen auf der Suche nach Spiritualität. Das ist verständlich, denn in jedem Menschen gibt es die Sehnsucht nach der Rückverbindung an das Göttliche. Diese wurde in vielen Teilen der Welt durch die materialistische Weltanschauung verdrängt und hat eine große Leere in ihren Seelen hinterlassen.

 

Ayahuasca wird nachgesagt, es könnte diese Verbindung wieder herstellen, schnell, gefahrlos und überwältigend! Man brauche sich nicht mit Spiritualität zu beschäftigen oder spezielle Übungen zu machen um Wunderbares zu erleben.

Instant Enlightenment, sozusagen!

 In der Ayahuasca-Trance stoße man automatisch auf die Liebe, und die Liebe verändere alles. Es wird auch behauptet, dass man durch die Einnahme Ayahuaska ein besserer Mensch werde.

 Die Gefahr einer Sucht bestehe nicht, weil der Körper sich wehre und man bei sehr häufigen Gebrauch eine Abneigung gegen das Mittel bekomme.

 Das klingt fast zu schön um wahr zu sein!

 

 Was ist Ayahuasca?

 

Ayahuasca ist eine von vielen Bezeichnungen für ein halluzinogen wirkendes Gebräu, das die Schamanen des Amazonasgebietes traditionell in ihren Ritualen verwendeten. Ayahuasca ist zweifellos eine kraftvolle Medizin, ein Trank aus heiligen Pflanzen, die nur im Urwald gedeihen.

 Es besteht aus zwei Komponenten, aus den Blättern der Chacrunapflanze und aus der Liane Banisteriopsis caapi. Beide Pflanzen entfalten für sich allein keine nennenswerte Wirkung. Umso gewaltiger ist die Wirkung, wenn sie zusammenkommen. Die Amazonasindianer sagen, die Pflanzenseelen selbst hätten sie gelehrt diesen psychoaktiven Trank zu brauen.

 

 Die Einnahme von Ayahuasca kann starke Visionen hervorrufen. Wahrscheinlich ist , neben dem Wunsch nach Heilung, der Wunsch nach einem überwältigenden spirituellen Erleben der Anreiz für Suchende aus unserer zivilsations-abgestumpften Welt.

 

 Aber leitet sich daraus das Recht ab, die Pflanzen und Riten einer gewachsenen, südamerikanischen Schamanentradition für uns zu beanspruchen? Aus einer indigenen Heiltradition wird ein Trend, ein Hype und letzlich eine Möglichkeit Geschäfte zu machen.

 Die Entstehung zahlreicher Zentren im Amazonasgebiet und auf der ganzen Welt, und der blühende Handel mit den Pflanzen führt zur Ausbeutung der Resourcen des Urwaldes. Ayahuasca wird zum Konsumgut, das man überall auf der Welt im Internet kaufen kann. Es kommt zu einem Ayahuasca-Tourismus. Die Besitzer dieser Zentren sind meist keine indigenen Einwohner dieser Gebiete. Natürlich ist es auch für Einheimische verlockend an dem Trend etwas zu verdienen.

 Es gibt aber auch kritische Stimmen in den vom Ayahuasca-Boom betroffenen Ländern, die sagen, dass die Betonung auf das Geschäftliche den Respekt für die Heiligkeit der Pflanze vermissen lasse. Dass die indigenen Völker ausgebeutet würden und dass „diese Fremden ins Land kämen, um unser Wissen zu stehlen“

 

 Warum soll ein heiliger Trank der Schamanen aus dem Amazonasgebiet der ultimative Weg zur Glückseligkeit für die ganzen Welt sein?

 Ist Heilung und Selbstfindung nur durch diesen Trank möglich?

 Und sind Heilung und Selbstfindung überhaupt nur durch den Genuß halluzinogener Hilfsmittel möglich?

 

Ayahuasca wurde von den Schamanen selbst eingenommen, wenn sie auf die Trance-Reise gingen. Sie benutzten diesen heiligen Trank um Informationen zur Heilung für die hilfesuchenden Mitglieder ihres Stammes zu erhalten, und zu anderen Fragen, die das Wohl des Stammes betrafen.

 

 Die Ziele der Arbeit eines Schamanen sind in der ganzen Welt die gleichen, nämlich den Klienten durch seine schmanischen Fähigkeiten zu unterstützen. Und dazu ist die Verwendung von Halluzinogene keine Voraussetzung.

 Schamanische Heilung ist auf der ganzen Welt möglich und wirksam. Man braucht dazu keine Reisen in exotische Länder zu unternehmen, um dem Ganzen noch den Touch eines Abenteuers zu geben. Oder heilige Rituale aus fernen Ländern konsumgerecht zu verwässern.

 

 Ich denke es ist unverantwortlich Menschen, die auf der Suche sind, zu verlocken, den scheinbar leichteren Weg der Einnahme von Ayahuasca zu gehen. Im guten Glauben begeben sich die Menschen in Abhängigkeit von halluzinogenen Substanzen. Sie nehmen sich selbst die Möglichkeit, den Weg nach innen in ihrer eigenen Zeit, in ihrer eigenen Kraft zu gehen, ohne sich zu verirren. Sie lassen sich dazu verführen, sich von der Droge leiten zu lassen, ohne zu wissen, worauf sie sich einlassen.

 

 Kein Schamane braucht Drogen, um auf die Reise zu gehen, und er wird auch einem Ratsuchenden  nicht dazu raten, Drogen zu konsumieren.